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Das Denkmal enthüllten der Bürgermeister Ivan Vukadin, der Sponsor Marijan Saric und Anita Kovac

Die Stadt Tomislavgrad in Bosnien und Herzegowina gehört zu dem kroatischen Teil des Landes. Die Kroaten verzeichnen dort eine besonders hohe Auswanderungsquote. Jetzt setzen sie den Ausgewanderten ein Denkmal.

Insbesondere im August kommen Kroaten aus der ganzen Welt in ihren Heimatort zurück. Vorallem in den ersten Wochen, bis zu Marien-Himmelfahrt, sind besonders viele anwesend. Der katholische Feiertag mutiert dort zum Rückkehr-Tag für die kroatische Diaspora. Das ist der ausschlaggebende Grund für die Verwaltung gewesen, den Tag der Denkmal-Enthüllung in diesem Zeitraum zu platzieren. Dementsprechend kamen auch viele und nahmen an der besonderen und ungewöhnlichen Feierlichkeit teil.

Das Denkmal kreierte Bildhauer Pere Jaksic. Es symbolisiert Trennung und Zusammengehörigkeit. Eine Familie, bestehend aus Sohn, Tochter und Mutter, die den geliebten Vater umarmen, der mit einem Koffer vor der Abreise steht, um im Ausland Arbeit zu finden.

Kommunistische Gewalt in Jugoslawien zwang zur Auswanderung

Während der kommunistischen Herrschaft war das die einzige Möglichkeit die Familie wortwörtlich am Leben zu erhalten. Tomislavgrad war dabei besonders stark betroffen, da es den Namen des ersten kroatischen Königs trägt, der im dortigen Tal im Jahr 925 gekrönt wurde. Für die Kommunisten war das Grund genug die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg umzubenennen und sie wirtschaftlich vollkommen zu vernachlässigen. Zudem ist die Region erzkatholisch. Ein zusätzlicher Grund für Titos kommunistisches System, diese Menschengruppe auszumerzen.

Dennoch triumphieren die Bewohner heute, indem sie ihrer leidvollen Geschichte ein Denkmal setzen. Ohne die ausgewanderten Kroaten und ihre Mühen den Ort am Leben zu erhalten, hätte er es nicht durch den Kommunismus und Jugoslawien gebracht. Dennoch gingen über 40 Jahre Kommunismus nicht spurlos an den Menschen vorbei. Die Bewohner und Ausgewanderten berichten von vielen Tragödien, die zu einem über die Jahrzehntelange Armut berichten, und zum anderen über die politische Verfolgung - sogar über die jugoslawischen Landesgrenzen hinaus.

Kommunisten noch immer politischer Machtfaktor in Kroatien

Die Koalition um Premier Zoran Milanovic schützt auch heute noch ehemalige kommunistische Funktionäre. Dies wundert nicht, da seine Partei (SDP) der legitime Nachfolger der kommunistischen Partei Jugoslawiens (KPJ) ist. Über 1000 Massengräber aus der Zeit des Zweitel Weltkriegs warten noch immer auf eine Untersuchung. Die Erkenntnisse darüber könnten ein vollkommen neues Bild über das kommunistische Jugoslawien zum Vorschein bringen, der nicht so friedvoll war, wie er sich Jahrzehnte lang dem Ausland verkaufte.

Deutschland verlangt noch immer ergebnislos die Auslieferung von Josip Perkovic. Dieser war bis 1990 bei der jugoslawischen Geheimpolizei UDBA tätig. Während dieser Zeit war er Leiter des kroatischen Zweigs des SDS (Staatssicherheitsdienst), der sich hauptsächlich um kroatische Emigranten und Dissidenten im Ausland "kümmerte", die sich für eine unabhängiges und demokratisches Kroatien einsetzten. Diese wurden im kommunistischen Jugoslawien zu Todfeinden erklärt und dementsprechend auch liquidiert. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes soll Perkovic 1977 einen Kroaten zum Mord an zwei in Deutschland lebenden Kroaten angestiftet haben. Vor allem wird er im Zusammenhang mit dem am 28. Juli 1983 stattgefundenen Mord an Stjepan Đureković mit Internationalem Haftbefehl gesucht. Perkovic zeigte sich sogar offen vor einem kroatischen Gericht wo er vor einigen Monaten als Zeuge vorgeladen war. Die Behörden ließen ihn unbehelligt.

Kommunistisches Milieu versucht Kuhhandel mit Deutschland

Politische Insider-Kreise kritisierten Versuche von Außenministerin Vesna Pusic Perkovic auf diplomatischem Wege mit Deutschland rauszukaufen. Pusic soll ihrem Amtskollegen Guido Westerwelle verbesserte Wirtschafts-Konditionen für die Deutsche Telekom in Kroatien in Aussicht gestellt haben. Perkovic ist noch immer ein Faktor im Milieu des kommunistischen Erbes. Sein Sohn Sasa Perkovic war Sicherheits-Chef von Ex-Präsident Stjepan Mesic und bekleidet diese Funktion nun für Präsident Ivo Josipovic.

Als Ex-UDBA-Chef hat Perkovic jede Menge Material gehortet mit dem er zahlreiche kommunistische Funktionäre unter Druck setzen kann, meinen Experten. Auf der anderen Seite werden massenhaft entlarvende Dokumente aus dem Geheimdienst-Archiv vernichtet.

Einzigartiges Denkmal für alle politisch verfolgten Menschen in der Welt

Der Bürgermeister Ivan Vukadin begrüßte trotz der tragischen Geschichte des Denkmals und der aktuellen politischen Lage alle Anwesenden aufs herzlichste, wonach sich Journalist und Autor Petar Milos an die Versammelten wandte. Insbesondere er thematisierte den Gastarbeiter in seinen Werken. Pere Jaksic erklärte noch einmal die Symbolik des Denkmals und wie sehr ihm das Projekt am Herzen lag. Dieses steht auf einem Kompass. Um diesen herum sind verschiedene Länder aufgeführt: Deutschland, USA, Kanada, Argentinien, Australien, Österreich...

Das Programm begann um 15:30 Uhr mit einem Marsch der Kapelle "Orkestar Oruzanih snaga BiH i tomislavgradskih mazoretkinja". Im Unterhaltungsteil sorgten die Bands Krivi smjer und Tibet für Stimmung. Schlussendlich kam auch einer der berühmtesten Stimmungsmacher Kroatiens - Mate Bulic. Auch Anica Kovac, die Ehefrau von Fußballer und Ex-Bayern-Profi Robert Kovac war anwesend, die das Denkmal enthüllen durfte.

Mit diesem Projekt bekommt die Stadt Tomislavgrad ein einzigartiges Denkmal im Land und in der Welt. Zudem ehrt sie damit alle Menschen die wegen politischer Verfolgung und Armut ihr Land und ihre Familien ins Exil verlassen mussten.

 

Goran Majic