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Den EU-Beitritt ihres Landes befürworten 53 Prozent der Kroaten

Diese neueste Befragung hat gezeigt, dass die Bürger Kroatiens nach dem EU-Beitritt bedeutende Verbesserungen auf dem Gebiet der Rechtsprechung, des Umweltschutzes und der Bildung erwarten, aber eine weitere Verringerung des Lebensstandards aufgrund des erwarteten Preisanstiegs fürchten.
ZAGREB – Für einen Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union würden 53 Prozent der Bürger abstimmen, während 40 Prozent gegen den Beitritt zur EU-27 stimmen würden, zeigen die Ergebnisse einer öffentlichen Umfrage, welche von der Agentur Ipsos Puls auf Anfrage der EU-Delegation in der Republik Kroatien direkt nach dem Abschluss der Vorverhandlungen durchgeführt wurde. Der Anteil der Befürworter, die außerdem geäußert haben, dass sie sich auch am Referendum beteiligen werden, erreicht sogar 57 Prozent.
„Insgesamt befürworten 53 Prozent der Bürger einen Beitritt Kroatiens zur EU, während die Gegner einer Mitgliedschaft Kroatiens in der Union auf 40 Prozent kommen. Allerdings steigt die Befürwortung bei den potenziellen Teilnehmern am Referendum auf 57 Prozent an, während 37 Prozent der potenziellen Wähler dagegen sind“, sagte Dragan Bagic von Ipsos Puls. Er erklärte, dass die Zustimmung zum EU-Beitritt über einen längeren Zeitraum ein ziemlich konstantes Phänomen sei und dass sie sich seit 2003, nachdem sie von 70 auf 50 Prozent gefallen war, mittlerweile auf diesem Niveau stabilisiert hat. Ebenfalls fügte er hinzu, dass die Tatsache, dass die Untersuchung nach Abschluss der Beitrittsverhandlungen durchgeführt wurde, auf diese neuesten Ergebnisse keinen Einfluss gehabt hat.
Bagic, wie auch der Chef der EU-Delegation in Kroatien Paul Vandoren, haben keinen Zweifel an einem positiven Ausgang des Referendums, an dem 70 Prozent der Bürger bereit sind teilzunehmen – was mehr sind als bei den Parlamentswahlen.
„Die Meinungsumfrage hat gezeigt, dass diejenigen, die für eine Mitgliedschaft Kroatiens in der EU sind, stärker motiviert sind, am Referendum teilzunehmen“, erklärte Bagic. Laut den Umfrageergebnissen würden 28 Prozent der Bürger nicht am Referendum teilnehmen.
„Wir können daraus schließen, dass wir in Bezug auf die Wahrnehmung der Europäischen Union einen positiven Trend haben“, sagte Bagic. Er hob hervor, dass keine tiefen gesellschaftlichen Spaltungen bestehen, was den Beitritt Kroatiens zur EU betrifft.
Glaubt man seinen Worten, so „besteht keine Gruppe, die dominant für oder gegen die Mitgliedschaft Kroatiens in der Union ist.“
„Einige Gruppen neigen stärker und andere weniger stark dazu, einen Beitritt zur EU zu befürworten, doch diese Unterschiede sind nicht bedeutend... und es ist unmöglich, ein eindeutiges Profil zu zeichnen – weder derjenigen, die einen EU-Beitritt befürworten, noch derjenigen, die dagegen sind,“ sagte Bagic. Die positivste Trendänderung besteht momentan in der Verringerung der Zahl derjenigen, die bestimmte falsche Vorstellungen von der EU hatten, fügte Bagic hinzu.
Diese neueste Befragung hat gezeigt, dass die Bürger Kroatiens nach dem EU-Beitritt bedeutende Verbesserungen auf dem Gebiet der Rechtsprechung, des Umweltschutzes und der Bildung erwarten, aber eine weitere Verringerung des Lebensstandards aufgrund des erwarteten Preisanstiegs befürchten. Was das Wissen über die Europäische Union angeht, so hätten die Bürger, in Schulnoten ausgedrückt, gerade mal eine Vier bekommen, weil nur 50,2 Prozent von ihnen den Wissenstest über die EU bestanden haben.
Der Gesandte Vandoren drückte seine Zufriedenheit über die Unterstützung seitens der kroatischen Bürger für den EU-Beitritt aus. Desweiteren schätzte er ein, dass die Kroaten, wenn es um die Ratifizierung des Beitrittsvertrags in den 27 europäischen Parlamenten geht, keine „Erweiterungsmüdigkeit seitens der EU-Mitgliedsstaaten“ zu befürchten haben.
„Die Erweiterungsmüdigkeit ist ein Mythos. Ich glaube, dass die Mehrheit der europäischen Bürger für einen Beitritt Kroatiens zur EU ist“, sagte Vandoren.
Ipsos Puls hat die Befragung unter 1010 Probanden durchgeführt, die älter als 15 Jahre sind. Die Interviews wurden in den Haushalten der Probanden vorgenommen und die durchschnittliche Dauer pro Interview betrug 31 Minuten.
Quelle: Kroatische Nachrichtenagentur „Hina“, ins Deutsche übersetzt von Paul Schmitz